Podo-Orthesiologie

Die Podo-Orthesiologie und die Podo-Postural-Therapie

Die Podo-Orthesiologie und die Podo-Postural-Therapie wurden in den Siebziger Jahren von dem Neurologen Dr. René Bourdiol (F) und Karel Breukhoven (NL) entwickelt. 

Sie konzipierten die sogenannte podo-orthesiologische Sohle, durch die die Gesamtstatik des Organismus normalisiert wird. Schmerzen und Organüberreizungen aufgrund falscher Körperhaltung und Fußspannung können dadurch behoben werden. Auch andere funktionelle Störungen, wie z.B. Diabetis mellitus, etc. können gelindert, korrigiert und die Heilung unterstützt werden. Die podo-orthesiologische Sohle eignet sich ideal zur Unterstützung osteopathischer Behandlungen.

Auf der Basis der Anamnese, der klinischen Untersuchung und der Analyse des statischen und des dynamischen Fußabdruckes wird eine jeweils individuelle Einlegesohle erstellt. Gegenüber anderen orthopädischen Sohlen, die eher als eine Art Krücke bzw. passive Stütze für den Fuss wirken, wird hier die Eigendynamik des Fusses und des gesamten Körpers unterstützt und angeregt.
Dabei ist es wichtig, dass die Sohlen so kontinuierlich wie möglich getragen werden, und nach sechs bis acht Wochen nachkontrolliert werden. Ob die Sohle der aktuellen statischen Situation des betreffenden Patienten noch gerecht wird, muss alle sechs bis zwölf Monate untersucht werden.

Vermessen und Anpassen
Die Sohle besteht aus verschiedenen kleinsten Keilen von ein bis drei Millimetern Höhe, die wir dem/der PatientIn auf dem Podoskop unterlegen. Das Podoskop ist ein mit einer Glasscheibe abgedeckter Kasten, der die Ansicht von unten durch Spiegelung der Fußsohle ermöglicht. Anhand des dynamischen Abdruckes und den Befunden, die bezüglich der Statik des/der PatientIn erhoben werden, kann die Wirksamkeit einzelner Keile vor Ort getestet und überprüft werden. So ist es möglich, eine für jeden Patienten individuelle Sohle zu erstellen. Angefertigt wird sie in einer speziellen Werkstatt.

Wirkungsweise
Die individuell angefertigte podo-orthesiologische Sohle setzt beim Tragen Impulse, die auf zweierlei Weise wirksam sind. Entweder wird im Fuß der Muskelbauch nebst Muskelspindel angeregt, oder der Impuls wirkt sich auf den in der Sehne befindlichen Golgiapparat aus. Die zentralnervöse Verschaltung beider Impulse führt im ersten Fall zur An- im zweiten zur Entspannung des gereizten Muskels. Beide Wirkmechanismen können in einer Sohle an unterschiedlichen Stellen im Fuß wirksam werden. Die Tonusveränderung in den Muskeln der Fußsohle führen zu einer Normalisierung der Gesamtstatik eines Menschen und so zu Zunahme der Körperenergie und zur Unterstützung zahlreicher Heilreaktionen.