Spielerisch gesundes Essverhalten bei Kindern fördern – Do’s und Dont’s
Essverhalten

Spielerisch gesundes Essverhalten bei Kindern fördern – Do’s und Dont’s

Das Ernährungsverhalten von Kindern wird maßgeblich durch das Elternhaus geprägt. Wenn Kinder am Übergang zur 2. Lebensjahr feste Nahrung erhalten, geben Sie Ihren Kindern idealerweise Eier, Geflügel, Meeresnahrung sowie Gemüse und Obst. 

Kindern orientieren sich am Verhalten ihrer Eltern, Geschwistern und später an weiteren Menschen in ihrer direkten Umgebung (z.B. in der Kita). Die Erfahrungen und Beobachtungen im direkten Umfeld des Kindes bilden so die wesentliche Grundlage für das Essverhalten. Daher gilt es, als gutes Beispiel voran zu gehen! Wenn Sie als Eltern selber Freude und Interesse bei der Essensplanung mitbringen, ist der Grundstein für eine kindergerechte Ernährungserziehung gelegt.

Zwischen dem 2.-6. Lebensjahr tritt bei Kindern eine physiologische Nahrungsmittel-Neophobie auf, d.h. Angst neue Nahrungsmittel auszuprobieren. Idealerweise haben Kinder bis dahin gesunde Nahrungsmittel kennengelernt, wie Gemüse, Fisch, Eier, Geflügel. 

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Tipps für eine gesunde kindsgerechte Ernährung

  • Wenn Kinder Ekel für einen Nahrungsmittel zeigen, sollten sie nie gezwungen werden, diesen zu essen. Um Ihr Kind an neue Speisen zu gewöhnen, sollten Sie deshalb auf keinen Fall Druck auf Ihr Kind ausüben. Das begünstigt die Entstehung von Nahrungsintoleranzen. Stattdessen ist zunächst wichtig, dass es sieht, dass Sie es regelmäßig essen. 
  • Paradoxale Verhalten: Anschließend können Sie Ihrem Kind zeigen, dass Sie es gut finden, dass es eine bestimmte Speise, die es ablehnt nicht isst, damit Sie selbst mehr davon essen können. 
  • Teller muss nicht aufgegessen werden. Üben Sie keinen Zwang aus, den ganzen Teller aufessen zu müssen. 
  • Was ein gesundes Essverhalten von Kindern ausmacht:
    • eigenständig essen lernen
    • Tisch- und Essmanieren lernen
    • Aneignung von Essregeln und Essritualen
    • Lust neue Speisen auszuprobieren
    • Mitspracherecht bei Auswahl und Zubereitung von Speisen
    • Mitverantwortung für die eigene Ernährung zu übernehmen.
  • Neugierde: Mit dem Eintritt in das Kleinkindalter wird das Kind zum festen Mitglied am Familientisch und lernt dadurch immerzu neue Speisen kennen. Nutzen Sie die Neugier Ihres Kindes und bieten Sie möglichst häufig neue Geschmäcker und Konsistenzen an! Je reicher das Lebensmittelangebot, desto besser. Es bietet sich hierbei an ungeliebte Speisen immer mal wieder anzubieten, denn die Geschmacksinne entwickeln sich unterschiedlich schnell. Als letztes entwickelt sich die Wahrnehmung für Bitteres, weshalb es dauern kann, bis Ihr Kind sich an Gemüsesorten wie Chicoree gewöhnt hat. 
  • Aktiv mitkochen lassen: Es ist empfehlenswert das Kind so früh wie möglich in den Zubereitungsprozess miteinzubeziehen. Machen Sie sich die Tatsache zunutze, dass Kinder neugierig sind und auch schon im frühen Alter alles selber machen wollen, indem Sie Ihrem Kind kleinere Küchenaufgaben zugestehen. Den meisten Kindern macht dies besonderen Spaß und gleichzeitig erhöht es auch die Wahrscheinlichkeit, dass ungeliebte Speisen probiert und angenommen werden. Hier ein paar kleine Aufgaben für den Anfang:
    • Den Tisch decken und dekorieren
    • beim Einkaufen (gesunde) Lebensmittel auswählen
    • Gemüse waschen, den Salatkopf zerrupfen oder den Joghurt mit Früchten verrühren
    • Geschirr abräumen

 

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Man wächst mit seinen Aufgaben, daher sollten die übertragenen Aufgaben auf Dauer altersgerecht angepasst werden. So kann ein Schulkind unter Ihrer Anleitung bereits beim Einkaufen und Kochen helfen. 

  • Feste Essenszeiten und Rituale Zu einem gesunden Essverhalten, auch im Erwachsenenalter, gehören feste Essenszeiten und Rituale. Durch ein gemeinsames Frühstück (am besten ohne Zeitdruck) oder ausgiebiges Abendessen können Sie Ihrem Kind dabei helfen, regelmäßige Mahlzeiten einzunehmen. 
  • Selbstbedienung: Bieten Sie die Speisen zur Selbstbedienung an, damit Ihr Kind selbst bestimmen kann, wieviel es essen möchte. Als Vorbild sollten dies auch die Eltern und Geschwister so handhaben. So vermeiden Sie evtl. Diskussionen darüber, dass der Teller aufgegessen werden muss. 
  • Kinder zu erziehen und ihnen ein gesundes Essverhalten beizubringen kann zermürbend sein. Verzichten Sie trotzdem darauf, Ihr Kind unter Druck zu setzen oder gar zu bestrafen. Auch vom regelmäßigen Einsatz von Süßigkeiten als Belohnung ist abzuraten. 
  • Vermeiden Sie Limos, gezuckerte Tees oder Fruchtsäfte im Haus.
  • Nicht zu oft das Wort „gesund“ in Zusammenhang mit Nahrungsmitteln verwenden, sonst bekommt das Kind möglicherweise den Eindruck, „gesund“ meint Nahrungsmittel, die nicht schmecken.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kinder durch Beobachtung und Nachahmung gesundes oder eben ungesundes Essverhalten übernehmen. Daher lohnt es sich auch den eigenen Horizont beim Essen stetig zu erweitern und neue, leckere und gesunde Gerichte auszuprobieren.

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