Meditation – wissenschaftlich geprüft und osteopathische Bezüge

Meditation – wissenschaftlich geprüft und osteopathische Bezüge

Inhaltsverzeichnis

Was bedeutet Meditation?

Meditation ist ein Überbegriff für viele verschiedene Geistesübungen, welche seit Jahrtausenden in unterschiedlichen religiösen Traditionen praktiziert werden. Meditation ist insbesondere im Buddhismus, Hinduismus und dem Christentum ein zentrales Element.

Seit dem 20. Jahrhundert erfreut sich das Meditieren auch in der „westlichen“ Welt zunehmender Beliebtheit und auch die Wissenschaft und Forschung beforscht das Themenfeld mit ansteigendem Interesse. Ein essentielles Element aller meditativer Techniken ist das bewusste Steuern der Aufmerksamkeit, mit dem Ziel einen Zustand innerer Ruhe zu erreichen. Diesen Zustand kann man sich auch als gedankenlose Bewusstheit vorstellen. Auch der Bodyscan ist eine Form der Meditation, siehe Artikel Bodyscan.

Welche Meditationstechniken gibt es?

Grundlegend unterscheidet man zwei Arten der Mediation:

  1. Passive Meditation: Bündelung der Aufmerksamkeit im Sitzen oder Liegen, ohne sich zu bewegen
  2. Aktive Meditation: Hier werden zusätzlich körperliche Übungen ausgeführt, z.B. im Yoga oder einigen Kampfkunststilen. Aber auch das Chanten von Mantras oder das Beten gehören dazu.

Meditationstechniken gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Allen gemeinsam ist der Fokus auf die eigene innere Welt, indem die Aufmerksamkeit sanft nach innen gelenkt wird, z.B. indem man sich auf den Atem konzentriert. Man wird sozusagen zum stillen Beobachter der eigenen Gedanken sowie von Gefühlen und Emotionen, ohne diese zu bewerten. Die Kunst dabei ist, in der beobachtenden Position zu bleiben und sich nicht von aufkommenden Ablenkungen mitreißen zu lassen. Dies stellt besonders für AnfängerInnen eine Herausforderung dar, aber mit zunehmender Praxis fällt dies immer leichter. 

Tipp: Das Abschweifen vom bewussten Wahrnehmen und Beobachten ist ganz normal. Wenn Sie beim Meditieren bemerken, dass Ihre Gedanken überall außer bei Ihrem Atem sind, registrieren Sie dies und lenken Ihre Aufmerksamkeit sanft und ohne Bewertung zurück zu Ihrem Atem. 

Übrigens kann man sich beim Meditieren auch auf andere Dinge als den eigenen Atemrhythmus fokussieren. Weitere Objekte könnten z.B. auch körperliche Empfindungen, Emotionen, Gerüche, Geräusche oder ein Bild vor dem geistigen Auge sein. 

Wie meditiere ich richtig und wie häufig sollte ich meditieren?

Zuallererst sollten Sie sich von Erwartungen lösen, sofort einen transzendentalen Zustand zu erreichen und sich selbst keinen Druck aufbauen. Meditieren kann man an sich gar nicht falsch machen! Allerdings braucht es besonders am Anfang ein wenig Disziplin, um das Meditieren zu einer regelmäßigen Praxis werden zu lassen. Aber was für Sie regelmäßig bedeutet, entscheiden Sie dabei selbst. Es lohnt sich zu Beginn verschiedene Meditationsübungen auszuprobieren – denn nicht alle Techniken eignen sich für jede Person gleichermaßen gut. 

Wie kann ich meditieren lernen?

Es gibt verschiedene Wege, das Meditieren zu lernen:

  • Kurse vor Ort
  • Austausch mit anderen Einsteigern und Fortgeschrittenen
  • Bücher über Meditation & Meditationsübungen
  • Online-Kurse & zahlreiche Videos über geführte Meditationen
  • Mit Apps

Meditation und Osteopathie

Kommen Patienten zu einer Konsultation, dann stellen ihre Beschwerden und Befindensstörungen nur die Spitze eines Eisbergs dar.

Darunter, meist relativ unbemerkt wirken eine Vielzahl von länger und kürzer andauernde, mehr oder weniger wechselwirkende, sich gegenseitig verstärkende oder vermindernde Risikofaktoren, Wirkmechanismen und Einflüsse, wie z.B. Genetik, Verlauf der Schwangerschaft, prä-, peri-, postnatale Faktoren, Stress in der frühen Lebenszeit, Infektionen, Unfälle, Top-Down und Bottom-up Prozesse (beispielsweise Glaubenssysteme, emotionales Erleben, neurovegetative Zustände etc.), Lebensumstände (Beruf, Partnerschaft, Finanzen, Familiensituation, Freundschaften, Wohnverhältnisse) Lebensgewohnheiten, Zustände des Stoffwechsel-, Immun-, Hormon-, Atmungs, Herzkreislauf- und des Muskelskelettsystems.
Mit der osteopathischen Berührung können wir auch gewisse Teile des nicht sichtbaren Eisberges erfassen. Doch sind dafür weitere Fachkenntnisse und Wahrnehmungstools nötig, weshalb ich die psychosomatische Osteopathie entwickelt habe (Liem, Neuhuber 2020a), siehe Artikel

Patienten können ihre osteopathische Behandlung aktiv unterstützen, in dem sie Ihre Achtsamkeit für die ständig in ihrem Leben wirkenden Wechselwirkungen trainieren und dadurch stärker in der Lage sind, diese nicht nur wahrzunehmen, sondern besser und adäquater für sich und ihre Umgebung Verantwortung zu übernehmen.

Abgesehen davon, scheint durch intensives Traiing von Meditation und Achtsamkeit eine Verbesserung des haptischen Schwellenwerts bei Osteopathen erreicht werden (Sange 2013).

Sange, S. Einfluss von Achtsamkeitsübungen und Meditation auf die haptische Wahrnehmung. Manuelle Medizin. 2013; 51: 479–483.

Die Wirkung von Meditation auf Körper und Geist – Stand der Forschung

 

  1. Achtsamkeitsmeditation und das Immunsystem – Die Ergebnisse einer systematischen Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2017 deuten auf mögliche Effekte der Achtsamkeitsmeditation auf spezifische Marker der Entzündung, der zellvermittelten Immunität und der biologischen Alterung hin. Achtsamkeitsmediation könnte sich salutogen auf die Dynamik des Immunsystems auswirken, aber es sind weitere Arbeiten erforderlich, um diese Effekte genauer zu untersuchen (Black et Slavich 2017).
  2. Meditation und die Gehirnorganisation – Eine italienische Meta-Analyse hat vorliegende Neuroimaging-Daten verwendet, um die Effekte von Meditation auf die Gehirnstruktur und -funktion zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen, dass Meditation zu einer Aktivierung in Hirnarealen führt, die an der Verarbeitung selbstrelevanter Informationen, der Selbstregulation, dem fokussierten Problemlösen, adaptivem Verhalten und der Interozeption beteiligt sind. Weiterhin führt eine Meditationspraxis bei erfahrenen Meditierenden zu funktionellen und strukturellen Hirnveränderungen, insbesondere in Bereichen, die an selbstreferentiellen Prozessen wie Selbstwahrnehmung und Selbstregulation beteiligt sind (Boccia et al 2015). Top-down-Therapien wie Imagination oder Meditation initiieren bewusste und willentliche mentale Prozesse auf der Ebene der Großhirnrinde (Taylor et al 2010).  Sie bewirken eine Verschiebung der Hirnfunktion, damit verbunden ist eine Reorganisation der neuronalen Repräsentationen innerhalb des ZNS und eine verbesserte bidirektionale Kommunikation zwischen der Großhirnrinde und dem limbischen System sowie den Hirnstammstrukturen, die autonomes, neuroendokrines und emotionales Verhalten regulieren (Liem, Neuhuber 2020b, Craig 2002, Critchley et al 2001, Saper 2002).
  3. Meditation und Genexpression – Mittlerweile gilt es als gesichert, dass unsere Umwelt die Genexpression beeinflusst und zwar nicht nur die physischen Einflüsse, sondern auch psychologische, soziale und kulturelle Komponenten eine Rolle bei der Genexpression einnehmen. Die ersten Studien zu yogischen und meditativen Praktiken deuten darauf hin, dass diese Praktiken Genexpressionsprofile in Immunzellen im Blutkreislauf positiv beeinflussen. Dies zeigt, dass Achtsamkeitstraining die Physiologie auf ihrer grundlegendsten Ebene begünstigen können. Jedoch sind weitere Studien und Meta-Analysen notwendig, um die genauen molekularen Netzwerke zu bewerten (Saatcioglu 2013).
  4. Achtsamkeitsbasierte Meditation und chronische Schmerzen – Die therapeutische Wirksamkeit von Meditation auf chronische Schmerzen ist bereits seit den 1980er Jahren gut dokumentiert. In einer 10-wöchigen Studie wurde achtsamkeitsbasierte Meditation zur Stressreduktion, Entspannung und Selbstregulation bei 51 chronischen SchmerzpatientInnen angewendet. Die Meditations-Intervention war effektiv bei Rücken-, Nacken-, Schulter- und Kopfschmerzen sowie bei Gesichtsschmerzen, Angina pectoris und nicht-koronaren Brustschmerzen. Als Wirkmechanismus der Meditation wurde in dieser Studie die Entwicklung einer achtsamen Haltung gegenüber der Propiozeption (Wahrnehmung des eigenen Körpers nach dessen Lage im Raum, den Stellungen von Kopf, Rumpf und Gliedmaßen zueinander sowie deren Veränderungen als Bewegungen mitsamt dem Empfinden für Schwere, Spannung, Kraft und Geschwindigkeit) vorgeschlagen. Eine distanzierte Beobachtung der Schmerzerfahrung scheint eine Entkoppelung der sensorischen Dimension von der affektiven Reaktion zu bewirken und das Erleben von Leiden durch kognitive Aufarbeitung zu reduzieren (Kabat-Zinn 1982). Aktuellere Forschung beschäftigt sich nun mithilfe von Neuroimaging-Techniken mit der Aufklärung der neuronalen Mechanismen von kognitiven Strategien bei Schmerzgeschehen. Eine hochwertige Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2018 kam zu dem Ergebnis, dass kognitive und meditative Therapien die Funktion von Hirnregionen in einem ausgedehnten Netzwerk einschließlich nicht nozizeptiver Regionen verändern kann. Bei PatientInnen mit chronischen Schmerzen zeigten die Neuroimaging-Ergebnisse eine erhöhte Aktivierung des präfrontalen Kortex und des limbischen Systems, während bei gesunden Personen eine erhöhte Aktivierung des anterioren cingulären Kortex, des anterioren insulären Kortex und eine verminderte Aktivierung des Thalamus beobachtet wurden. Insgesamt reduzierten die kognitiven und meditativen Therapien das affektive Schmerzerleben. In dieser systematischen Übersichtsarbeit wurde also nachgewiesen, dass meditative Techniken zu morphologischen Hirnveränderungen führt (Nascimento et al. 2018).
  5. Meditationsprogramme für psychischen Stress und Wohlbefinden – Eine große Meta-Analyse hat sich mit den Auswirkungen von Achtsamkeitsmeditations-programmen auf die psychische Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden beschäftigt. Insgesamt wurden 47 Studien mit insgesamt 3515 TeilnehmerInnen eingeschlossen. Die Analyse hat ergeben, dass Meditation einen signifikanten Beitrag zur Reduktion von Stress, Angst und depressiven Verstimmungen leisten kann. Die Forschungsgruppe schloss aus diesen Daten, dass Meditationsprogramme zu einer Reduktion der negativen Dimensionen von psychischem Stress beiträgt (Vieten et al. 2018). Meditation kann eine Stressverminderung auch durch Aktivierung des Vagusnerven erreichen (Gerritsen et al 2018, Telles et al. 2013). Beispielsweise steigerte “Liebende Güte Meditation” durch eine verbesserte Wahrnehmung sozialer Beziehungen, positive Emotionen, die wiederum zu einer Zunahme des Vagustonus führten. Allerdings wurde diese Wirkung nur in den Personen erzielt, die tatsächlich vermehrte Freude und soziale Verbundenheit spürten (Kok et al 2013). Vermutet wird, dass die vagale Aktivierung auch über eine tiefe Atmung während der Meditation geschieht (Gerritsen et al 2018). Da es ebenso wie im Yoga sehr verschiedene Arten von Meditationen gibt, könnten diese Variationen in zukünftigen Studien berücksichtigt werden. Achtsamkeitsmeditation verbessert außerdem die Emotionsregulation und vermindert die Reaktionen der Amygdala (Kober et al 2019)
  6. Meditation und Essverhalten – Erste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Achtsamkeitsmeditation eine wirksame Intervention bei übermäßigem Essen (Binge-eating) sein könnte. Eine systematische Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2014 lieferte erstmals die Evidenz dafür, dass Achtsamkeitsmeditation effetik Binge-eating und emotionales Essen reduzieren kann (Katterman et al. 2014). Weiterhin wurde Achtsamkeit auch mit erhöhter Kreativität (Lebuda et al. 2016), dem Ausgleich altersbedingten kognitiven Verfalls (Gard et al. 2014) und verbesserter Aufmerksamkeit bei Jugendlichen in Bildungssituationen (Felver et al. 2016, Shapiro et al. 2015) in Verbindung gebracht. Die positiven Auswirkungen von Meditation auf die körperliche und psychische Gesundheit sind wissenschaftlich gut belegt. Nichtsdestotrotz gestaltet es sich manchmal schwierig, neue Verhaltensweisen langfristig zu etablieren. Daher finden Sie im Folgenden hilfreiche Tipps, um das Meditieren langfristig in Ihren Alltag einzubauen:

 

  • Schaffen Sie sich einen festen Meditationsplatz
  • Tragen Sie bequeme Kleidung beim Meditieren
  • Experimentieren Sie mit verschiedenen Haltungen (Schneidersitz, Liegen, auf einem Kissen sitzend)
  • Starten Sie mit kleinen Einheiten von max. 10 Minuten
  • Schrauben Sie die Erwartungen zurück
  • Keine Eile nach der Meditation

Auf welche Gefahren sind zu achten?

In der Meditation besteht die Gefahr, seine eigene innere Erfahrung zu verabsolutieren. Jedoch sind die Inhalte seines Gewahrseins das eine, die psychologischen individuellen und die kollektiven Strukturen, vor deren Hintergrund Bewusstseinsinhalte erst „gesehen“ und interpretiert werden, das andere. Diese Strukturen sind einer rein phänomenologischen Praxis weitgehend unzugänglich (Liem 2008). 

Eine lediglich subjektive Innenschau – auch wenn sie noch so aufrichtig und hingebungsvoll betrieben wird – kann diese nicht erkennen. Durch eine „monologische“ Innenschau können wir zwar die Phänomene unseres individuellen Bewusstseins immer besser studieren, doch sowohl psychodynamische Aspekte wie auch Entwicklungsstrukturen können dadurch nicht bemerkt und identifiziert werden. Diese werden nur durch ein Verständnis der jeweiligen individuellen und geschichtlich- historischen kulturellen Kontexte möglich, wofür eine dialogische und hermeneutische Praxis unverzichtbar ist (Liem 2011). 

Nicht selten herrscht gerade hier ein außerordentlicher Widerwille „bei gewissen Meditierenden“, begünstigt dadurch, dass verfängerische monopolistische Modelle mit ihren Versprechungen und nicht selten Forderungen, uns leicht dazu verführen unsere Mündigkeit im Eingangsbereich abzugeben.

Daraus resultieren abstruse, teilweise gefährliche blinde Übernahmen indischer, tibetanischer oder japanischer Meditationstechniken und -systeme in westlichen Meditationskursen.

Fundamentalistische Züge (bloss nicht vom Ursystem abzuweichen) vor allem in Verbindung mit rigiden Persönlichkeitsstrukturen und Ignoranz gegenüber westlichen reflektorischen Errungenschaften, machen dabei blind für solche Einsichten. 

Das Problem liegt außerdem darin, dass die Erklärungsmodelle der jeweiligen Meditation, ihre auf Metaphysik gestützten theoretischen Modelle und Traditionen zwar zur Zeit Ihrer Entstehung stimmig waren, sie es aber in der heutigen Zeit nicht mehr sind. Nicht nur weil die Erklärungsversuche heutigen Diskursen nicht standhalten, sondern z.B. auch weil sie damals einfach nicht in der Lage waren intersubjektive, d.h. kulturelle Einflüsse zu berücksichtigen und stattdessen subjektiven Erfahrungen absolute Gültigkeit beimaßen. 

Im weiteren sind die jeweiligen Meditationen häufig in metaphysische religiöse Erklärungsmodelle eingebettet, weil diese vor einigen Jahrtausenden bzw. mehreren Jahrhunderten einfach noch nicht anders zu erklären waren, da es erst seit einigen Jahrzehnten möglich wurde, die neurophysiologischen und neuroanatomischen Korrelate für die meditativen Erfahrungen zu erforschen. 

Für das menschliche Bewusstsein so bedeutende Erkenntnisdisziplinen wie die Psychoanalyse und der Entwicklungsstrukturalismus sind gerade erst einmal 100 Jahre alt, wohingegen die Praxis der Innenschau schon seit Jahrtausenden tradiert wird, weshalb man in den Traditionen von Ersterem nur wenig findet, und auch finden kann (Liem 2008). Indem unreflektiert diesen alten Modellen gefolgt wird, werden modernen Praktizierenden der Innenschau unreflektiert die archaischen, magischen, mythischen Inhalte der Traditionen als „zeitlos gültige“ Wahrheiten mit übermittelt. 

Das Problem dabei ist, dass der heutige „Meditierende“ diese Infizierung des Bewusstseins durch die frühen intersubjektiven Inhalte der Lehre auch durch noch soviel Innenschau nicht erkennen kann. Es ist ja gerade eine der großen Schwachpunkte der alten Lehren, dass sie damals noch nicht verstehen konnten, dass die Subjekterfahrungen der Meditierenden keine Wahrheiten per se sind, sondern zum großen Teil von kollektiv intersubjektiven und individuell psychodynamischen Inhalten bestimmt wurden.

Dies kann im „Meditierenden“ teilweise innere tiefe Erfahrungen mit nicht mehr passenden Bezugsrahmen entstehen lassen, mit dem Risiko reduktionistischer, blickverengender Haltungen, die die „Meditierenden“ bedauerlicherweise in vielen seiner anderen Entwicklungslininen sogar behindern, anstatt zu unterstützen. Nötig wäre hier meist keine große Änderung der jeweiligen Meditationspraktiken, sondern eine Ergänzung der alten Lehren und eine Relativierung der monopolistischen Bezugsrahmen der alten Traditionen und Integration in die differenzierteren, integrierteren, umfassenderen d.h. weiter entwickelten der Postmoderne (Liem 2011). 

Ähnliches trifft übrigens ebenfalls auf die unreflektierte Übernahme von Sichtweisen aus den Anfängen der Osteopathie zu, insbesondere wenn kultur-,sozial- und wissenschaftshistorische Bedingtheiten im Entstehungsprozess der Osteopathie nicht berücksichtigt werden. 

Literaturverzeichnis

 

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