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„Osteopathy starts with trust in your own body “

Torsten Liem

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Osteopathie

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Drei große Bereiche Osteopathie und fünf Modelle in der Osteopathie

Drei große Bereiche in der Osteopathie

Für Osteopathen stellt der Organismus und der Mensch insgesamt eine Einheit dar. Jeder der folgenden Teilbereiche beeinflusst die übrigen. Sie können nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Die Unterscheidung ist rein didaktisch, denn alle Körpersysteme sind miteinander verbunden und agieren in kontinuierlicher Wechselwirkung miteinander, um Gesundheit und Leben zu gewährleisten.

Bereiche Osteopathie - Behandlung des vierten Lendenwirbels
Abb.: Behandlung des vierten Lendenwirbels

Bereiche Osteopathie - Parietale Osteopathie

Diese bezieht sich auf den Bewegungsapparat, das Muskelfaszienskelettsystem. Bewegungseinschränkungen, hervorgerufen durch abnorme Positionen der Muskeln, Gelenke, Bänder und Faszien (=bindegewebige Umhüllung von Muskeln) können durch gezielte Impulse korrigiert werden. Im Körper wird wieder ein neues statisches und dynamisches Gleichgewicht etabliert. So können etwa Beckenschiefstände, Fehlstellungen der Wirbel, Muskelverspannungen oder die im Körpergedächtnis verbliebenen Folgen eines umgeknickten Fuß behoben werden, falls diese ursächlich an Störungen beteiligt sind.

Bereiche Osteopathie - Behandlung des Magens
Abb.: Behandlung des Magens

Bereiche Osteopathie - Viszerale Osteopathie

Diese bezieht sich auf die inneren Organe: Magen, Darm, Leber, Nieren, Lunge, Herz etc. Behandelt werden die rhythmische Eigenbewegung der Organe und ihre ligamentären und faszialen Verbindungen. Die nervale Versorgung, die Durchblutung und die Funktion jedes Organs kann normalisiert werden. Verdauungsstörungen lassen sich auf diese Weise auflösen, Entgiftungsprozesse einleiten und Stoffwechselstörungen harmonisieren, sodass der Organismus wieder gesunden kann. Hier einige unserer Publikationen zu diesem Bereich:
Bereiche Osteopathie - Behandlung des Kopfes
Abb.: Behandlung des Kopfes

Bereiche Osteopathie - Kraniosakrale Osteopathie

Das Wort „Kraniosakral“ setzt sich zusammen aus den lateinischen Begriffen für Schädel (Kranium) und Kreuzbein (Sakrum) und bezeichnet zugleich den Bereich des Körpers, der hier besonders im Vordergrund steht. 

Das kraniosakrale System umfasst das Gehirn, die Hirnflüssigkeit, die Hirn- und Rückenmarkshäute, die Schädelknochen und das Kreuzbein. Insbesondere Kopfschmerzen und Störungen der Sinnesorgane, Seh-, Schluck- und Kieferstörungen, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen, sind im Bereich des Kraniums lokalisiert. 

Allerdings werden Befindungsstörungen vom Osteopathen stets unter Berücksichtigung aller Bereiche der Osteopathie behandelt. Denn die Beziehungsgefüge des Menschen stehen in der Osteopathie im Vordergrund und nicht einzelne Bereiche.

Gleichzeitig bezeichnet kraniosakrale Osteopathie auch bestimmte Behandlungsansätze. Sie zeichnet sich beispielsweise durch die Synchronisation des Osteopathen mit Mikrobewegungen in den verschiedenen Geweben des Körpers aus. Dieser Ansatz wurde von William G Sutherland erstmals entwickelt und unter anderem von Torsten Liem weiterentwickelt. Hier einige unserer Publikationen zu diesem Bereich:

Fünf Modelle in der Osteopathie

Wir können im Laufe unseres Lebens unterschiedlichen Arten von Stressen ausgesetzt sein: physische, emotionale, soziale, biochemische, metabole, elektromagnetische oder pathogene (Bakterien, Viren, Pilze, Parasiten) Stressfaktoren oder Toxine/Umweltbelastungen. Auch unser Lebensstil spielt hier eine große Rolle. Zunächst ist unser Organismus bestrebt mögliche Stressfaktoren aufzulösen. Ist dies nicht möglich, passen wir uns an. Dies wird durch eine Vielzahl adaptiver und physiologischer Veränderungen, auch auf Ebene des Gewebes, erreicht. Das wird allostatische Anpassung genannt.

Diese allostatische Anpassung stellt allerdings selbst eine gewisse Herausforderung und Belastung für den Körper dar und wird als allostatische Last bezeichnet. Je nachdem wie lange und wie intensiv die Stressfaktoren auf uns einwirken und je nachdem wie anfällig wir für diese sind, erschöpfen sich unsere selbstregulativen Kräfte der Anpassung und es entstehen weitere Folgeketten im Körper. Aus dieser Sicht sind Beschwerden zum Teil auch als Defizit dynamischer Interaktion innerhalb der adaptiven Systeme selbst und zwischen eben diesen zu verstehen.
Unser Körper zeigt das durch Symptome, wie Schmerzen oder Unwohlsein etc.
Für einen erfahrenen Osteopathen wird dies erkennbar in der Änderung der Beziehung zwischen Struktur und Funktion, noch lange bevor die einzelnen Systeme oder Strukturen stärkeren Schaden nehmen.

Die fünf osteopathischen Modelle basieren auf den oben genannten Gesichtspunkten, die einem osteopathisch-salutogenetischen Ansatz entsprechen.
Die Salutogenese untersucht Faktoren, die dafür entscheidend sind, dass sich Menschen in Richtung Gesundheit entwickeln. Die Verwandtschaft des osteopathischen Ansatzes kommt markant in einem Zitat von Still, dem Begründer der Osteopathie, zum Ausdruck: “To find health should be the object of the doctor. Anyone can find disease”.
Die Osteopathie ist immer auf die einzelne Person ausgerichtet. Die moderne Osteopathie versteht, dass es selten ein einzelner Faktor und in der Regel, immer Kombinationen von Faktoren in der Lebensgeschichte eines Patienten sind. Für das Verständnis und die Lösung seiner Beschwerden ist die Berücksichtigung dieser Faktoren wichtig.

Ziel der Behandlung ist die Interaktion und Verbesserung der Anpassungsfähigkeit mit Hilfe der fünf Modelle der Osteopathie:

  • 1. dem biomechanischen Modell der Körperhaltung und Bewegung
  • 2. Atmungs- und Herzkreislaufsystem
  • 3. dem System des Stoffwechsels, dem Immun- und Hormonsystem
  • 4. dem Nervensystem mit dem Gehirn, dem peripheren und autonomen Nervensystem (ANS)
  • 5. den biopsychosozialen Anpassungen
Osteopathie-Bereiche 2
Abb.: die fünf Modelle der Osteopathie
Jedes Modell umfasst anatomische, physiologische und psychologische Faktoren. Die Osteopathin/der Osteopath hat alle diese Modelle im „Blick“ und in den „Händen“, wenn Menschen zur Behandlung kommen. Die Osteopathin/der Osteopath befundet, inwiefern die selbstregulatorischen Kräfte möglichen Stressen ausgesetzt sind und unterstützt diese, indem beispielsweise dysfunktionelle Gewebespannungen und feinste Bewegungseinschränkungen, sogenannte osteopathische oder somatische Dysfunktionen wieder gelöst werden.

Gleichzeitig ist die Behandlung immer die im Körper sich ausdrückende selbstregulativen Kräfte und die Globalität des Patienten ausgerichtet, z.B. in dem die Osteopathin sich mit den körpereigenen Rhythmizitäten synchroniziert, und in dem wertgeschätzt und verstärkt wird, was gut läuft.

„Ich glaube, dass die menschliche Maschine die Apotheke Gottes ist und alle Heilungen der Natur darin zu finden sind.“

Andrew T. Still
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